Das Hotel MONA in Montreux hat sich neu erfunden. Heute zählen Erlebnisse, Regionalität und das Gefühl, für ein paar Tage auf Reisen zu sein. Chefkoch Xavier Lesueur erzählt, wie er den Wandel erlebt hat. 

In Kürze
  • Das MONA wurde neu positioniert und setzt auf ein modernes Ferien- und Genusserlebnis. 

  • Chefkoch Xavier Lesueur bringt Regionalität und Saisonalität auf den Teller. 

  • Das Hotel verbindet Business, Freizeit und Gastronomie zu einem stimmigen Gesamtkonzept. 

  • Eigene Ideen statt Trends schaffen ein unverwechselbares Gästeerlebnis. 

  • Die Lage am Genfersee verbunden mit dem architektonischen Konzept machen den Aufenthalt zu einer «Kreuzfahrt an Land».

Vom Eurotel zum MONA

Vom Bahnhof Montreux sind es nur wenige Gehminuten bis zum Hotel MONA, entlang der Promenade, vorbei an Palmen und dem glitzernden Genfersee. Es gehört nicht einem einzigen Investor. Vielmehr besitzen zahlreiche Miteigentümer:innen jeweils einzelne Zimmer. Dieses Modell begleitet den Betrieb seit der Eröffnung 1967 und dürfte mit der Grund sein, weshalb er seine Identität über all die Jahre bewahrt hat.

Hommage an die Wurzeln

Küchenchef Xavier Lesueur ist seit vier Jahren Teil des Hauses und hat den Wandel des ehemaligen Eurotel zum heutigen MONA von Anfang an miterlebt. Der Namenswechsel war dabei weit mehr als Kosmetik, wie der Küchenchef berichtet: «‹MONA› verweist auf ‹Monasteriolo›, die älteste bekannte schriftliche Erwähnung von Montreux aus dem 11. Jahrhundert. Der neue Name ist somit eine Hommage an die Wurzeln dieses Ortes.» Gleichzeitig sollte das Hotel jünger wirken und sich klarer positionieren. «Unser Ziel war es, den Gästen das Gefühl zu geben, sich auf einem Schiff zu befinden, auf einer Kreuzfahrt an Land.» 

Zum Betrieb

MONA

1820 Montreux

Geschichte: Das 1967 eröffnete «Eurotel» war damals das grösste Hotel, das seit 1920 in der Schweiz gebaut wurde. Im März 2024 wurde es offiziell zu «MONA». Die Neuausrichtung erfolgte schrittweise.
Anzahl Mitarbeitende: ca. 100
Kategorie: 4* Superior
Anzahl Zimmer: 154
Restaurants: «Le Safran» (mit ca. 100 Plätzen im Innern und ca. 120 auf der Terrasse), «Bel Horizon» (für den Frühstücksservice der Hotelgäste), «Fondue Tube» im Winter und «Purple Fish» im Sommer
Seminarräume: 6 verschiedene Räume, der grösste für bis zu 150 Personen

mona-montreux.ch

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Eine Auszeit vom Alltag

Heute sollen die Gäste nicht mehr nur übernachten, sondern für einige Tage aus ihrem Alltag ausbrechen. Das «MONA» kombiniert Ferienhotel, Seminarhaus und Freizeitdestination. Wer hier eincheckt, kann tagsüber an Meetings teilnehmen oder mietet ein hoteleigenes Mountainbike oder Stand-up-Paddle-Board, flaniert abends am See, besucht ein Konzert oder geniesst einfach die Aussicht. Karaoke-Abende, Pétanque-Felder und saisonale Gastronomiekonzepte runden das Angebot ab. Besonders sichtbar zeigt sich die neue Ausrichtung in der Gastronomie. Xavier erhielt bei seinem Eintritt den Auftrag, frische Produkte, Regionalität und Saisonalität ins Zentrum zu stellen. In der Umsetzung war er völlig frei.

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Einfach die herrliche Aussicht geniessen.
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Bringt seine französische Handschrift, mediterranes Flair und regionale Zutaten auf den Teller: Chefkoch Xavier Lesueur

Mit mediterranem Flair und Waadtländer Bodenständigkeit

Mit seinem Stellvertreter Antonio Piperis entwickelte er die heutige Linie. «Wir bringen den Genuss mit frischen, regionalen Zutaten auf den Teller, darauf sind wir stolz.» Er erzählt von Felchen aus dem Genfersee, von Schweizer Fleisch und von Produzenten, mit denen er sich regelmässig austauscht. Was wächst gerade wo? Was hat Saison? Diese Fragen bestimmen das Angebot. Pommes frites, Teigwaren, Saucen – vieles entsteht direkt im Haus. Für Xavier ist das selbstverständlich. Qualität beginne bei den Rohstoffen und bei den Menschen, die sie liefern. In den Gerichten verbindet er seine französische Handschrift mit mediterranem Flair und Waadtländer Bodenständigkeit. Im Restaurant setzen die Verantwortlichen bewusst auf eine ungezwungene Atmosphäre. Auch wenn das «Le Safran» mit 13 Punkten bei Gault Millau glänzt, soll sich niemand fehl am Platz fühlen.

Im ‹MONA› wollen wir nichts kopieren, lieber überraschen wir unsere Gäste mit eigenen Ideen.

Xavier Lesueur

Chefkoch

Eigener Kurs statt Nachahmung

Was können andere Hoteliers aus der Entwicklung des «MONA» lernen. Xavier überlegt nicht lange: «Die Stärke liegt darin, sich von anderen zu unterscheiden. Montreux bietet Luxushotels, klassische Brasserien und renommierte Restaurants. Im ‹MONA› wollen wir nichts kopieren, lieber überraschen wir unsere Gäste mit eigenen Ideen.» Diese Haltung zeigt sich auch bei den Saisonangeboten. Im Winter stehen die «Tubes à Fondue» auf der Terrasse – eine Antwort auf den Weihnachtsmarkt von Montreux. Die Gäste sollen hier das Gefühl haben, draussen zu sitzen, und es gleichzeitig kuschlig warm haben. Längst gehören die transparenten Tunnel fest zum Winterbild des Hotels. Im Sommer übernimmt «Purple Fish»: Cocktails, Musik und Häppchen sorgen für Riviera-Stimmung direkt am Seeufer. 

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Riviera-Stimmung direkt am Seeufer.

Das «Bleisure-Konzept»

Der Chefkoch gewährt einen Blick in die Küche und zeigt die weiteren Räumlichkeiten. Die Lobby präsentiert sich hell und farbenfroh. In der Hotelboutique finden Gäste kleine Mitbringsel und Designobjekte. Verschiedene architektonische Elemente nehmen das Thema Kreuzfahrt auf. Die Aussicht vermittelt stets das Gefühl, jederzeit in See stechen zu können. Hier zeigt sich auch das «Bleisure-Konzept», die gelebte Verbindung von Geschäft («Business») und Freizeit («Leisure»): Das «MONA» ist kein klassisches Businesshotel, es schafft Erinnerungen. 

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Vielfältige Souvenirs aus der Hotelboutique

Hoch über dem Genfersee

Zum Abschluss geht es hinauf in den 16. Stock. Die Aussicht hier oben ist noch spektakulärer. Unten die Promenade und der See, über den Bergen ziehen Gewitterwolken auf. Das Zimmer ist gemütlich eingerichtet, doch bei diesem Panorama verbringt man die Zeit wohl lieber auf dem Balkon. Was für eine traumhafte Location!

Viele Betriebe stehen irgendwann vor derselben Herausforderung wie das MONA: sich weiterentwickeln, ohne die eigene Identität zu verlieren. Das MONA zeigt, wie das gelingt: Mit einer klaren Idee konsequent durchgezogen im ganzen Betrieb. Hier fühlen sich Gäste wie auf einer Kreuzfahrt, auch wenn sie stets festen Boden unter den Füssen haben.

Bilder: Jürg Waldmeier

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Allein wegen der Aussicht lohnt sich eine Übernachtung im 16. Stock des Hotels MONA.
sara portrait duden

Sara Hübscher

Autorin

Ob Rezept oder Rechtschreibung – nachschlagen verfeinert.

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Gastronomie und Hotellerie

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