25. Juni 2026

Pistor ist am Markt dabei und setzt sich für Sie ein.

Derzeit dominiert bei vielen Produkten Unsicherheit, befeuert durch den Konflikt im Iran. 

Mandeln

Für die Saison 2026/27 wird in Spanien eine umfangreichere Mandelernte erwartet. Ausschlaggebend sind vor allem die weiter gewachsenen Anbauflächen sowie überwiegend günstige Witterungsbedingungen in den wichtigsten Produktionsregionen. Auch der Bio-Anbau gewinnt weiter an Bedeutung und verzeichnet überdurchschnittliche Zuwächse. 

Die kalifornische Mandelindustrie verzeichnete bei den Mai-Verschiffungen ein Plus von 2,6 % gegenüber dem Vorjahr. Wachstumstreiber waren vor allem die Exporte (+5,2 %), während die Inlandslieferungen zurückgingen. Dank starker Nachfrage liegt die laufende Saison nur noch 2,2 % unter dem Vorjahresniveau.

Die neue Ernte entwickelt sich aufgrund der warmen Witterung schneller als üblich und könnte bis zu zwei Wochen früher beginnen. Die Ernteprognosen liegen derzeit bei 1.2–1.23 Mio. Tonnen, während die Vorverkäufe für die neue Ernte historisch niedrig ausfallen. Gleichzeitig bleiben die Bestände der laufenden Ernte knapp, insbesondere bei hochwertigen Nonpareil-Mandeln, und auch der Lagerübertrag dürfte deutlich geringer ausfallen als ursprünglich erwartet. Insgesamt zeigt sich der Mandelmarkt stabil und die Stimmung hat sich spürbar verbessert.

Zucker

Der europäische und britische Zuckermarkt stehen vor einer möglichen Verknappung. Für die Saison 2026/27 wird die Anbaufläche für Zuckerrüben um rund 8 % sinken, wodurch die Zuckerproduktion mit etwa 15,18 Mio. Tonnen den tiefsten Stand seit zehn Jahren erreichen dürfte. Zusätzlich gefährden Blattläuse und das von ihnen übertragene Vergilbungsvirus die Erträge, insbesondere in Frankreich. Steigende Dieselpreise erhöhen zudem die Produktionskosten.

Ein weiterer wichtiger Faktor ist die Biokraftstoffindustrie: Die Verarbeitung von Zucker zu Ethanol ist derzeit deutlich profitabler, weshalb über 900'000 Tonnen Zuckeräquivalent in die Ethanolproduktion umgeleitet werden könnten. Auch mögliche Einschränkungen bei Importen würden die Versorgung weiter belasten. In der Schweiz zeigt sich hingegen ein gegenteiliger Trend: Die Anbaufläche für Zuckerrüben wächst zum vierten Mal in Folge und erreicht mit über 18'000 Hektaren den höchsten Stand seit 2018. Dies stärkt die regionale Versorgungssicherheit und den Selbstversorgungsgrad. Die Bestände entwickeln sich derzeit gut, wobei Wetterbedingungen und das Risiko des Vergilbungsvirus weiterhin entscheidend für die Ernte bleiben. 

Speiseöle

Erdnussöl

Die Menge der geernteten Erdnüsse im Senegal bleibt auf einem niedrigen Niveau. In Südamerika zeichnet sich eine geringere Ernte ab. Während in der diesjährigen Ernte Brasilien sehr gute Erträge verzeichnet, die die geringere Fläche teilweise kompensieren, wird in Argentinien zusätzlich zur geringeren Aussaatfläche von einer geringeren Ausbeute ausgegangen. Trotz gestiegener Exportzahlen nach China und Europa sind die Jahresendbestände auf einem hohen Niveau. Trotz der geringeren Mengen in Südamerika wird die weltweite Erdnussernte als nur ca. 1–2 % weniger umfangreich eingeschätzt, da Analyst:innen von einer grösseren Menge in den USA ausgehen. Tendenz stabil.

Sonnenblumenöl/Sonnenblumenöl HO

Die EU wird im Marktjahr 2025/26 ihre Sonnenblumensaatimporte gegenüber dem Vorjahr vermutlich mehr als verdoppeln. Die Bedingungen für die derzeit laufende Aussaat in Russland sind sehr gut. Die Aussaatfläche wird zu Lasten von Getreide weiter vergrössert. Die europäischen Preise für Ware mit südamerikanischem Ursprung liegen nun deutlich über jenen der kommenden europäischen Ernte. Tendenz stabil bis steigend.

Rapsöl

Aufgrund des El Niño-Effektes wird sowohl in Kanada als auch in Australien mit einer ausgeprägten Trockenheit und Hitzeperiode gerechnet. Das australische Agrarministerium geht daher von einem Produktionsrückgang bei der Rapssaat für die Ernte 2026/27 gegenüber der Vorjahresperiode von 20 % aus. 

In der Schweiz konnte in diesem Frühjahr eine teilweise nur verhaltene Blüte der Rapspflanzen beobachtet werden. Die möglichen Ursachen für dieses Phänomen werden derzeit untersucht. Die Trockenheit und die plötzlich einsetzende Wärme haben zu einer Knospenwelke geführt, auch der Druck des Rapsglanzkäfers wird als mögliche Ursache gesehen. Derzeit liegt die erwartete Erntemenge basierend auf der niedrigeren Aussaatfläche rund 10 % unter derjenigen des Vorjahrs. Tendenz steigend.

Kakao

Die Preise am Weltmarkt sind in den letzten Monaten rückläufig gewesen. Preisabschläge werden laufend auf den kakaohaltigen Produkten von den einzelnen Anbieter:innen weitergegeben. 

Schweizer Molkereiprodukte

Aufgrund höherer Verpackungskosten zeichnet sich ab, dass am Markt Preiserhöhungen umgesetzt werden. Produkte, bei denen der Verpackungsanteil von Plastik oder Aluminium hoch ist, sind davon überproportional betroffen.

Schweizer Eier

Das Angebot von Schweizer Eiern kann das Angebot weiterhin bei weitem nicht decken. Der Bau neuer Ställe und somit neuer Plätze für Legehennen kommt nur schleppend voran. Die Kosten für den Bau solcher Ställe verteuert sich zudem weiter. Neue Abschlüsse mit den Landwirt:innen verteuern sich für die Abnehmer:innen weiter. Dies führt per August zu einer Preiserhöhung bei den Schweizer Eiprodukten.

Import Eier

Bei den Importeiern zeigt sich ein uneinheitliches Bild. Produkte, die über den Winter eine starke Preiserhöhung erfahren haben, sind in den letzten Wochen preislich gesunken. Andere Produkte, die über die letzten Monate aufgrund von Kontrakten keine massiven Preissteigerungen erfahren haben, könnten nun ab dem August eine Preissteigerung erfahren. Das Preisniveau ist auch im europäischen Raum aufgrund der international hohen Nachfrage höher als vor einem Jahr.

Generelle Preissteigerungen

Aufgrund des Konfliktes im Iran ist zu erwarten, dass aufgrund höherer Verpackungs- und Transportkosten verschiedene Preiserhöhung am Markt auftreten werden und die Teuerung somit wieder anzieht.

Preistendenzen 07/26