29. April 2026

Pistor ist am Markt dabei und setzt sich für Sie ein.

Der Krieg im Mittleren Osten sorgt für Volatilität beim Speiseöl, während die Lage bei den Schalenfrüchten stabil bleibt.

Mandeln

Nach einem bereits starken Februar konnte die kalifornische Mandelindustrie im März nochmals deutlich zulegen. Die Entwicklung wurde getragen von robusten Exporten und einer spürbar anziehenden Inlandnachfrage. Insgesamt zeigt sich der Markt widerstandsfähig und die Verkäufe entwickeln sich weiterhin positiv.
Die verfügbare Menge aus der aktuellen Ernte nimmt zusehends ab, während die Nachfrage stabil bleibt. Das sorgt für eine insgesamt ausgeglichene Marktsituation ohne spürbaren Verkaufsdruck.
Auch mit Blick nach vorne bleibt es spannend: Die neue Ernte entwickelt sich bislang uneinheitlich, und externe Faktoren wie Wetter und die internationale Angebotslage könnten zusätzlichen Einfluss nehmen. Für Käufer:innen bedeutet das ein weiterhin dynamisches Umfeld mit anhaltend guter Nachfrage.

Haselnusskerne

Die vergangene Ernte war durch schwierige Witterungsbedingungen wie Frost, Hitze und Schädlingsdruck belastet, was sowohl Mengen als auch Qualitäten beeinträchtigte. Anfang April sind die Preise für türkische Haselnusskerne deutlich gefallen, wodurch sie wieder attraktiver und wettbewerbsfähiger geworden sind. Die zuvor hohen Preisniveaus haben sich spürbar reduziert, was die Verhandlungsposition kurzfristig zugunsten der Käufer:innen verschiebt. Insgesamt wurden bis jetzt ca. 43 % weniger Menge exportiert als noch in der Saison 24/25. Man geht davon aus, dass am Ende der Saison etwa 200‘000 Tonnen exportiert werden, anstelle von den sonst normalen 300‘000 Tonnen. Für die Erzeuger:innen ist die Situation schwierig und der Druck auf die TMO steigt, in den Markt einzugreifen. 

Zucker

Trotz der aktuell komfortablen Versorgungslage bleibt der Markt nicht frei von Unsicherheiten. Faktoren wie Energiepreise, politische Eingriffe in Exportströme oder die Verteilung zwischen Zucker- und Ethanol-Produktion können die Entwicklung kurzfristig beeinflussen. 
Insgesamt präsentiert sich der Zuckermarkt derzeit gut versorgt und vergleichsweise ruhig, mit einer tendenziell käuferfreundlichen Ausgangslage, auch wenn die weitere Entwicklung stark von externen Einflussfaktoren abhängen wird. 

Kakao

Die Preise am Weltmarkt sind in den letzten Monaten rückläufig gewesen. Preisabschläge werden laufend auf den kakaohaltigen Produkten weitergegeben. 

Speiseöle

Allgemein

Der Krieg im Mittleren Osten hat die Mineralölpreise deutlich steigen lassen, was sich auch auf die Pflanzenölmärkte auswirkt. Es ist zu beobachten, dass die Märkte sehr nervös mit hoher Volatilität auf jede neue Nachricht reagieren.  
Es kommt zu einer Verlagerung der Transportwege. Bereits spürbar sind die verlängerten Transportzeiten und erhöhten Frachtraten. Indische Häfen haben die Rolle des Umschlagplatzes für Containertransporte vom Oman übernommen. Der Markt verhält sich derzeit volatil mit steigender Tendenz. Auf der Suche nach verlässlichen Informationen über den weiteren Verlauf der politischen Weltlage verhalten sich die Marktteilnehmer:innen für Oel zurückhaltend.   

Erdnussöl

In Argentinien wird mit einer Erholung der Produktionszahlen gerechnet. Auch die Qualität sollte besser als im Vorjahr sein. Mitte März wurden mehr als 90 % der Ernten als gut, sehr gut oder ausgezeichnet eingestuft. In Brasilien hingegen wird aufgrund von ungünstigen Wetterverhältnissen mit einem Rückgang der Produktion von zwischen 40 und 50 % gerechnet. Im Senegal kämpfen die Erdnussölproduzierenden noch immer mit dem von der Regierung über dem Weltmarkt festgelegten Preis für Erdnüsse. Tendenz stabil bis leicht steigend.

Sonnenblumenöl/Sonnenblumenöl HO

Die weltweite Produktion von Sonnenblumenöl, die für den Export zur Verfügung steht, ist seit Anfang 2026 gewachsen. Neben den erhöhten Pressmengen in Osteuropa haben gute Mengen aus Argentinien den Markt erreicht. Der Krieg im Iran hat sich bisher nur sehr moderat auf die Sonnenblumenölpreise ausgewirkt. Seit der Ernte im Herbst 2025 kann ein konstanter Aufwärtstrend beobachtet werden. Tendenz stabil bis steigend.

Rapsöl

Wie beim Sonnenblumenöl ist auch beim Rapsöl kein abrupter Preisanstieg eingetreten. Dies war jedoch zu erwarten. Rapsöl ist in Europa ein wichtiger Rohstoff für den Biodieselbereich. Aussagen von Seiten der USA, dass der Konflikt im Nahen Osten ein baldiges Ende finden sollte, werden vom Markt mit einer abwartenden Haltung quittiert. In weiten Teilen Europas ist der Zustand der Wintersaaten gut. Der Schädlingsdruck muss in den nächsten Wochen gut beobachtet werden. Tendenz stabil bis steigend. 

Schweizer Eier, Boden- und Freilandhaltung

Die Nachfrage nach Schweizer Eiern ist nach wie vor grösser als das Angebot. Der Höhepunkt rund um Ostern ist zwar erreicht, jedoch ist die Nachfrage weiterhin sehr hoch. Das Ei ist ein gefragtes Lebensmittel. 
Die Angebotsseite wird sich wohl erst gegen Ende Sommer erholen. Bis dahin ist weiterhin mit knapper Verfügbarkeit und Lieferausfällen zu rechnen. Kurzzeitig wird auf Herkunft EU Freiland oder Bodenhaltung ausgewichen, um die Verfügbarkeit zu gewährleisten. 
Zudem stehen produzentenseitig weitere Preisforderungen im Raum.
 

Preistendenzen 05/26

Info

Neue Deklarationsvorschriften

Aufgrund der kommenden Knappheit von Sonnenblumenöl hat der Bundesrat entschieden, bis Ende 2023 die Deklarationsvorschriften von Zutaten zu lockern, damit Öl-Alternativen flexibel deklariert werden können.

Mehr Informationen 

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